Spezi
Prosa
Erkenntnis
Himmelblau

Die Mischung mit der aus viel Farbe kein brauner Brei wird, stammt nicht aus dem samaritanistischen Lehrbuch für Gesundung des Menschen, sondern folgt einer musterhaften Verfolgung durch Ross und Reiter, deren Namen aber weiterhin nur der Wind zu kennen scheint. Spät ziehen sie in das Gefecht zum letzten Verzicht, werfen Kopf und Herz in die Waagschale, um zum Kern des Pudels vorzustoßen, der sich aus viel heißer Luft vergangener Jahre verdichtet hatte.

Samstag ist Selbstmord. Die Scheinwerfer pfeifen es bereits von den Dächern. Samstag ist Selbstmord und keiner geht hin. Das nichtsnutzende Wochenende, es wurde erfunden, um fort zu sein von dem, was dir zu nah geht, was dich versandfertig für die Nachwelt loslässt, was dich nachhaltig verstört. Samstag ist Selbstmord. Geh dahin, wo kein anderer war und du findest dich. Koste dein Leben und schmiere es nicht breit in die Kanten und Ecken.

Geh nach jeder von Gott verdammten Woche zu deinem Leben. Geh selbst morgen. Wiederhole nichts, mach alles neu. Finde die richtige Mische, ohne die klebrige Süße des Kitsches, ohne es mit markigen Sprüchen zu besudeln. Finde den waisen Stein, auf dem die Formel für das Ende geschrieben steht, die allerletzte Nachricht. Finde Weisheit und schau dahinter, um an ihrem Ursprung ein neues Universum aufzumachen.

Träume diesen Traum nochmal und nichts wird so sein, wie es einmal war. Es ist eine Korrektur nach unten ohne den Ballast. Nicht mehr geschüttelt, nicht mehr geschockt. Aus dem geöffneten Ende keimt eine Leichtigkeit, deren Gewicht dich gegen alle Regeln der Physik aus der Bahn wirft, weil sie deine Zweifel überwinden kann, an einen neuen Morgen zu glauben, auch nach der längsten Nacht.

Baue die Orte der Zuversicht aus den Trümmern deiner eingestürzten Brücken in eine verschlimmbesserte Zukunft. Erlange Erkenntnis aus dem Pfusch am Bau, doch lass das Wundern, mein Sohn der Sonne, Bruder im Geiste und Vater des Gedanken. Stelle Weichen und wunde Stelle weichen. Fang nur an und wahr wird sein.

Autor*in: môriše